Estergebirge
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Estergebirge

Die letzten heißen Tage des Jahres… natürlich oberhalb der Baumgrenze!

Die Route führt uns in Richtung Asamklamm und Eschenlainetal, zieht aber bald rechts hoch über den rot gepunkteten Hahnbichelsteig, auf dem wir uns langsam in die Höhe schrauben. Der Weg ist nicht immer gut ausgeschildert, rote Punkte, Pfeile und hin und wieder die Beschilderung "Via Alpina" helfen aber.

Die Pustertaler Jagdhäuser liegen filmreif kitschig und laden zur ausgiebigen Pause. Die Tränke an der Hütte ist zwar leer, aber dank Wasserfilter können wir trotzdem aus dem Vollen schöpfen. Das werden wir auch brauchen, es ist schon am Vormittag heiß, und oben wird es kein Wasser mehr geben. Mit vier Litern pro Person gehen wir weiter, es steilt auf, die Sonne drückt ins Kar, es ist heiß und steil.

Der Weg ab den Jagdhäusern zieht sich ganz schön. Lang, steil, wenig Schatten, aber schön.

Gegenüber eine nicht enden wollende Herde Schafe.

Am Ausstieg aufs Plateau nehmen wir den ersten Pfad rechts hoch auf die Kiste. Schon leicht wackelig von den letzten tausend Meter Aufstieg geht die leichte Kletterei nicht mehr ganz so leicht von der Hand bzw aus den Beinen wie er sollte, aber ist dennoch kein Problem.

Endlich einmal auf der weithin sichtbaren "Hohen Kisten" mit unglaublichen Weit- und Tiefblicken.

Staffelsee, Ammersee, Riegsee, Starnberger See, weiter rechts lugt der Walchensee durch. Heimgartengrat zum Königsstand, Benediktenwand, alle versammelt.

Am frühen Abend treffen wir auf der Weiheimer Hütte ein. Menschen! Viele! Junge, Alte, mit Hüttenschuhen, Spinatknödel, Bier. Hier oben war bisher nicht viel los, daher irritiert der sich hier ausbreitende Hüttenzauber. Wir nehmen nur kurz ein kühles Getränk zu uns und machen uns davon.

Uns gelang es, ein halbwegs flaches Plätzchen zu finden und spannten das Pyramidentarp auf. Polenta zum Abendessen, noch ein Tee und ab ins Bett. Lange lauschten wir noch der Bergstille und mühten uns, nicht unten aus dem Biwak zu flutschen, denn so ganz flach war der Platz halt doch nicht.

12,6 km mit 1636 Metern Aufstieg.

Es ist heiß, und das Wasser wird auch langsam knapp, also runter. Das erste Wasser werden wir erst wieder auf dem Hüttlsteig am Wank finden.

Ach wären wir doch Gämsen, die behände der Schwerkraft folgend das Kar hinunterflitzen. Wir, mit nur zwei Beinen und zwei Stöcken, klappern einfach weiter, immer weiter in die Tiefe. Slow and steady.

Das Bankerl steht noch im Schatten, wir filtern Wasser und kochen den Rest Polenta. Mit frischer Zwiebel, Salami, Parmesan eine Wohltat. Die Elektrolyte, Herr Lehmann!

Frisch getränkt und genährt machen wir uns an den Abstieg nach Garmisch, der sich wie immer dann doch noch ordentlich zieht. Doch auch der ist irgendwann geschafft und wir fallen ins nächste Eiscafé ein. Und wieder: Menschen! Lautstark und stark parfümiert sitzen sie da in der Abendsonne, mitsamt Hund und Weißwein. Gut, dass die Bahn bald fährt und wir schnell wieder weiter können.

10,3 km mit 1310m Abstieg

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Trailmagic Hike